Chippflicht für alle Hunde und Katzen. Das hat die EU‑Kommission beschlossen. Züchter, Händler und Tierheime haben vier Jahre Zeit, die Verordnung umzusetzen. Privatleute 10 Jahre bei Hunden und 15 Jahre bei Katzen. Ein Mikrochip dokumentiert die Herkunft der Tiere lückenlos und soll den illegalen Handel mit oft viel zu kleinen und kranken Welpen eindämmen, mit dem in jedem Jahr riesige Gewinne gemacht werden.
1,3 Milliarden Euro – so die Kommission – werden jährlich mit dem Verkauf von Hunden und Katzen umgesetzt. 108 Millionen Katzen leben in Europa und 90 Millionen Hunde.
Auf dem Chip ist eine 15‑stellige Nummer abzulesen (mit einem Lesegerät), inklusive einer Länderkennung. Daten des Besitzers enthält er nicht. Aber: Vorschrift wird auch, das Tier und die Nummer bei einem zentralen Tierregister erfassen zu lassen. Und hier werden nicht nur die Tierdaten, sondern auch die des Besitzers gespeichert, sodass auch im Verlustfall das Tier seinem Halter zugeordnet werden kann. Das passiert natürlich auch, wenn ein Tier ausgesetzt worden ist. Auch derzeit kann man sein Tier kostenlos registrieren lassen, z.B. bei Tasso oder Findefix. Das geht einfach und schnell übers Internet.
Gesetzlich vorgeschrieben ist der Mikrochip heute schon, wenn man mit seinem Tier ins Ausland fahren möchte. Ebenso vorgeschrieben: der blaue EU‑Heimtierausweis. Darüber hinaus müssen in NRW alle großen Hunde – ab 40 cm Widerristhöhe und/oder 20 kg Gewicht – gechippt sein. Die Chip-Pflicht gilt auch für alle Hunde, die auf der Rasseliste stehen.
Die Regelung gilt nicht bundeseinheitlich. Chippflicht für Katzen gibt es in NRW nicht generell. Aber viele Städte und Gemeinden haben für Freigänger eine Chip- und Kastrationspflicht erlassen.
Der Mikrochip ist etwa so groß wie ein Reiskorn und wird vom Tierarzt mit einer Spritze unter der Haut platziert, meistens an der linken Halsseite. Ein kleiner Pieks, mehr ist es nicht. In der Regel wandert der Chip nicht, wird von Bindegewebe umschlossen.
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